About me

Meine Quintessenz eines Lebens besteht aus prägnanten Eindrücken und Erlebnissen eines Menschen. Das ist die einzige Möglichkeit tatsächlich etwas über eine Person zu erfahren. Somit sind die abstrakten Eckdaten eines Lebenslaufes hinfällig, strafen dieses Wort sogar Lügen. Denn Headlines und Zahlen sind nur Beiwerk etwas viel wertvollerem Ganzen, das sich weder reduzieren noch messen lässt…

Zwei Wochen vor Termin, in einer Winternacht, lernte ich meine Eltern von Angesicht zu Angesicht kennen. Bewacht wurde das nächtliche Geburtstreiben mit den Argusaugen eines Langhaardackels, der an seiner Position unter dem Bett festhielt. Das befellte Wesen muss den Grundstein meiner Nähe zu Tieren gelegt haben.

Als ich wuchs, und mit mir die vorschulische Fingerfertigkeit mit Buntstiften, wurden die Malbücher zu meinen bestgehütetsten Schätzen. Penibel musste, meiner kindlichen Ansicht nach, innerhalb der Linien gemalt werden. Weitgehend homogen in der Flächengestaltung. Sollte dennoch einer meiner Freunde – die allesamt weniger Wert auf Genauigkeit gelegt hatten – in einem meiner Bücher, seiner Kreativität freien Lauf gelassen haben, so wurde die Seite von mir entweder rausgerissen oder gar das ganze Buch entsorgt.

Die folgende Regelschulzeit – wer denken sollte, das hätte meinem „linientreuen“ Wesen entsprochen wegen des Teilwortes „Regel“, der irrt – verlief keineswegs reibungslos. Dafür (und wahrscheinlich muss ich vielmehr sagen: dadurch) mit Erfahrungen gespickt, die so manch anderer erst Jahre später mit Erstaunen machen sollte.

Wegweisend war zweifellos das hier geförderte freie und in allen Belangen sehr gerechtigkeitsliebende Gedankengut, das es neben dem stringenten Lehrstoff aufzugreifen galt und mir ohnehin als charakteristische Anlage gegeben war. Entgegen aller Gerechtigkeit genoss mein Kunstlehrer eher eine eigentümliche Freiheit, indem er schlichtweg begann das ein oder andere meiner Bilder, für die Präsentation bei künftigen Generationen, einzubehalten. Mitunter war das der Anlass, weshalb ich hernach in einer berufsbildenden Einrichtung die Studienräte, beim Transport ihres Wirtschafstwissens, mit Karikaturen ihrer selbst erquickte. Ihnen war damals nur nicht klar, dass dies ihrer Erquickung diente…

Um einer aufkeimenden Technik-, Montage- und Planungsaffinität nachzugeben, entschied ich mich zunächst für eine ganz triviale Ausbildung als Bauzeichner mit nachfolgender Berufsausübung.

Die Weiterbildung zum Techniker erlebte meine Karriere allerdings nicht, da die Geister meiner „gestohlenen“ Frühwerke und die Wirtschaftslehrerkarikaturen mich dazu nötigten, zu erkennen, dass bereits ein disziplinübergreifendes Studium der angewandten und freien Grafik auf mich wartete. Mit Dozenten, die mehr vermittelten als reine Stilklone ihrer selbst zu erstellen. Dozenten, die weit über ihr Deputat hinaus begleiteten, nahbar und fördernd. Dozenten, die individuell schlummernde Passionen zu erwecken vermochten und Käfige sprengten…

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